Laut Nietzsche …

Feld im Juli I

… ist der Vorteil den die Kunst gegenüber der Religion hat der, dass sie Illusionen erzeugt ohne einen Anspruch auf Realität zu hegen. Vermeintlich ist dies im Falle von Photographie anders, doch schaut man genauer hin, so werden auch hier Illusionen erzeugt, die zwar von der Realität ausgehen, aber andere Aussagen und Eindrücke vermitteln als die, die einem wenn man vor Ort ist zunächst entgegenspringen. Wie der Photograph Prof. Heinrich Riebesehl immer gern zu sagen Pflegte: „Es kommt nicht auf die Kamera an, sondern auf den Kopf dahinter.“ Eine gute Kamera kann zwar die Möglichkeiten erweitern, das Gespür für das Motiv muss aber von demjenigen ausgehen der es auch bestimmt. Dies gilt sowohl während des Photographierens wie später auch in der Postproduction. Diese hat durch die Digitalisierung auch einen ganz anderen Stellenwert erhalten, denn gerade durch sie kann man die unterschiedlichsten Illusionen entstehen lassen und den Grad nachklingender Realität bestimmen.

Feld im Juli II

>> Alle Bilder sind als Prints zu erwerben oder gegen Copyright-Honorar in Medien einsetzbar <<

Advertisements

Besuch im Hauptquartier

Berlin, 14.7.2014: Dietmar Kirves, der Leiter des NO!art Headquaters east, hat mich eingeladen, ihn im Hauptquartier zu besuchen. Gespannt suche ich den Weg in Berlin Kreuzberg. Da ist die Hausnummer und auch den Klingelknopf habe ich schnell. Dumm nur, dass ich nicht weiß, ob die Räumlichkeiten im Vorder- oder Hinterhaus sind. Ich greife zum Mobiltelefon und stelle mich in den Hinterhof, in einem Fenster im fünften Stock erscheint der Kopf von Dietmar Kirves. Na dann mal los, bis zur 4 Etage klappt es ganz gut, dann werden meine Schritte schwerer und oben angelangt bin ich außer Atem. Die Blöße wollte ich mir eigentlich nicht geben. Ich werde hereingebeten und weiß nicht wo ich zuerst schauen soll.

Sorgsam geordnet sind hier die Dokumente der letzten Jahrzehnte der Aktivitäten des NO!art-headquarters in Büchern, Ordnern, Schubern und Mappen gelagert. Überall auch interessante Artefakte. Ich bekomme ein Bier, auch wenn fast kein Platz dafür ist, da ich in Eindrücken fast ertrinke. Wir setzen uns und sind sofort in ein intensives Gespräch vertieft. Die sechziger, siebziger und achtziger Jahre in der Deutschen Kunstszene fliegen an uns vorbei. Wir schauen in Kataloge, die deutsche Anthologie und in Videos. Name ziehen Ihre Kreise durch den Raum und lösen unweigerlich Bilder vor dem inneren Auge aus. Ich bin beseelt. Ein krasser Gegensatz zu den glattgebügelten und leblos wirkenden Galerien der Stadt. Keine Kunst, aber hier pulsiert sie. Wir denken an gemeinsame Bekannte und die Erlebnisse, die wir mit ihnen hatten.

Im Headquater eastCornelius Rinne im headquater east fotografiert von Dietmar Kirves © 2014

Die Zeit fliegt. Ich stehe auf und stelle mich an die Regale, um feinere Eindrücke zu sammeln. Dietmar Kirves erzählt mir, dass er von all diesen wundervollen Dokumenten nicht eines mehr hergeben wird. Er möchte, dass alles zusammen bleibt, da jedes Stück das andere bedingt. Ich kann das nachvollziehen, dennoch würde ich am liebsten sofort ein Museum für all dies eröffnen. Dies alles erklärt so vieles über die Zeit zwischen 1960 und heute, über das Engagement, über Kunst — über das Leben. NO!art ist die Erläuterung, warum Dekoration nicht der Sinn von Kunst ist, sondern, dass es um den Menschen, sein Denken und seine Prozesse geht. Beeindruckend finde ich in diesem Zusammenhang die Erkenntnis des Kunsthistorikers Martin Kirves, dem Sohn von Dietmar, der den Schluss zog: link„JE VEHEMENTER DAS „NO“, desto gewisser liegt ihm ein „YES“ zugrunde …“

Genau das drückt aus, was ich gefühlt habe. Hier pulsiert Kunst. Hier liegt etwas vor, das für mich dringend einer breiteren Öffentlichkeit, nicht nur durch mehr zufälliges Begegnen im Internet, zugänglich gemacht werden muss. Sie können aber bewusst die Seite der NO!art besuchen. linkhttp://www.no-art.info/_gallery/de/4_kirves.html wäre ein guter Einstieg. Und wenn Sie dann auch involviert sind, überlegen Sie, wie eine Unterstützung aussehen könnte. Vielleicht haben Sie Kontakte zu einem Verlag, der mit Dietmar Kirves eine zweite, weiterführende Anthologie erstellen möchte oder Sie haben eine Idee wie ein NO!art Museum realisiert werden könnte. Vielleicht reicht aber zunächst auch einfach eine umfangreiche Ausstellung. Auch in die Medien würden Berichte in gedruckter, gefilmter oder sonst wie digitaler Form passen.

 

Nothing by night! (1)

Eine neue Idee hat mich neulich überfallen. Ich fuhr durch die nächtlichen Straßen und entdeckte ungewöhnliches. Gedanken und Geschichten schossen mir durch den Kopf, die dringend dokumentiert gehören. Hilfreich ist hierbei sicher eine Kamera als treuer Begleiter. Hier mal die ersten drei Dokumente aus dem Nichts. Eine Serie, die sicher fortgesetzt wird.

chat noir

„Chat noir“, 27 x 35,4 cm auf  40 x 50 cm, C-Print, 2013

Tür im Nichts

„Tür im Nichts“, 27 x 35,1 cm auf 40 x 50 cm, C-Print, 2013

Stadttheater

„Stadttheater“, 55 x 39 cm auf 70 x 50 cm, C-Print, 2013

Alle Preise auf Anfrage

Typisch Venedig!

Ich beschäftige mich ja immer wieder auch mit Photografie. Häufig sind meine Bilder den Menschen zu abstrakt. Da der Blog ja Bildbetrachten heißt möchte ich den Blick mal auf ein Photo lenken, das für mich typisch Venedig ist. Ein Photo, das eine Straßenlaterne, eine Uhr, drei Fenster und etwas Schrift enthält? Typisch Venedig? Ja und ich bekomme sogar den Geruch in der Calle Vallaresso in die Nase. Wer in Venedig war und nicht nur die Touristenattraktionen gesehen hat kann das vielleicht sogar nachvollziehen. Ich finde dieses Bild ist ein wenig auch der Atem der Lagunenstadt, ohne Kanäle und ohne Gondeln.

al Vaporetto

„al Vaporetto“, 70 x 100 cm, C-Print, 2010

Preis auf Anfrage

Spaß wird Kraft!

Angefangen hat es als spaßige Spielerei. Da gibt es für mein Smartphone ein kleines Fotoprogramm, das die Fotografie der 50er und 60er Jahre vortäuscht. Zunächst ist das wirklich ein netter Jux, zumal man die Fotos direkt aus dem Programm heraus im sozialen Netzwerk veröffentlichen kann. Schnell kam aber die Aussage meines Fotografieprofessors Heiner Riebesehl wieder zum tragen, er sagte immer „Ein Bild ist nicht abhängig von der Kamera sondern von dem Kopf der dahinter steckt!“

Der Denker!

Schnell entdeckte ich hinter den Bildern Geschichte und lernte diese zu steuern!

Menta

Es entstanden Bilder, die, durch das Programm ,schon eine erste Entfernung von der Realabbildung der heutigen Fotografie erlangten.

There's a light!

Wenn man diese dann auch noch auf dem Computer mit einem Bildbearbeitungsprogramm verfeinerte kamen schnell künstlerische Aussagen zu stande.

Dark side of the moon!

So wurde die Entfernung von der Realität immer stärker und selbst informelle Positionen wurde möglich.

An den Lippen hängen!

Kombiniert mit klassischen Arbeitsweisen der bildenden Kunst entstehen unterdessen spannende, eigenständige Arbeiten.

roter Winkel

Ein fortlaufender Prozess der sicher auch weiter Beachtung finden wird und von mir in Facebook mit den Rohfassungen dokumentiert wird. Wer dieses verfolgen möchte sollte sich also mit mir auf facebook befreunden. https://www.facebook.com/cornelius.rinne

Alle Bilde sind C-Prints, ca. 17,11 x 17,11 cm groß, auf 20 x 20 cm Papier, in einer Auflage von jeweils 10 nummerierten und signierten Exemplaren.

Preis auf Anfrage